Klinikkirche

klinik1Die Kirche ist, wie alle übrigen Gebäude der früheren Provinzial Heil-und Pflegeanstalt (1912), im Jugendstil erbaut. Sie ist eine Simultankirche, die von katholischen und evangelischen Christen benutzt wird. Die Größe der Kirche ist für 720 Gläubige ausgelegt.

Das Langhaus umfasst vier Joche und einen eingezogenen Chor.klink2 Kapitelllose Pfeiler ohne Sockel setzen sich von unten nach oben fort bis in die Gestrebebögen. Da, wo normalerweise die Kapitelle sitzen, befindet sich eine negative Profilleiste, eine Vertiefung, bis in die Jochbögen. Über der Orgelempore befindet sich ein Kreuzgradgewölbe. Die Seitenschiffe werden von Emporen überdeckt. Alle Hochfenster sind im Jugendstil gehalten. Die Fenster im Chorraum haben zusätzlich geometrische Ornamente.

klink3Die erneuerten Fenster wurden von E.O. Köpp entworfen und von Josef Menke aus Goch ausgeführt. Die Fenstergewände sind im Jugendstil erhalten geblieben.

Ein Tabernakel befindet sich im Chorraum rechts eingelassen in der Wand. Rechts und links des Chorraumes sind Sakristeien angebaut. Das Kirchengebäude ist ein Ziegelbau mit Fenstergewänden aus Sandstein. Über den Eingängen befinden sich Blumenelemente, Girlanden, Blumenkörbe usw. im Jugendstilgewand. An den Wänden sind Bauelemente in Form von Schnecken oder Spiralen angebracht. Die Giebel sind geschwungen mit barocken Formen. Die Turmhaube hat ebenfalls barocke Formelemente.

Der Turm steht an der Südwestseite des Langhauses. Hier befindet sich auch der Haupteingang. In der Turmhalle steht die Treppe zu den Emporen.

Die Vorbauten sind so angelegt, dass sie im Kontrast zum übrigen Gebäude stehen.

Eine Einweihung der Kirche nach dem katholischen Ritus hat nicht stattgefunden und konnte auch nach den Vorschriften der katholischen Kirche bei einer Simultankirche nicht stattfinden. Es ist jedoch eine Einsegnung durch Vertreter beider Konfessionen vorgenommen worden. Um die Jahreswende 1912/1913 sind wohl die ersten Gottesdienste gefeiert worden.

Die Kirche ist Eigentum des Landschaftsverbandes Rheinland.


Zusammenstellung, Text und Bilder: Norbert Pies

Quellen: Literaturhinweise