St. Markus Schneppenbaum

Die Kirche St. Markus entstand als Klosterkirche kurz nach 1124 als romanischer Zentralbau. Die Bedburger Kirche gehört zu den ältesten Prämonstratenser Kirchen im Rheinland.

Kern dieser Kirche ist die Vierung mit dem mächtigen Vierungsturm. An den vier Seiten waren je zwei Joche angebaut. Um 1450 wurde das Ostschiff durch einen gotischen Anbau ersetzt. Dieser Chorabschluss wird gebildet aus drei Sei-ten eines Sechsecks. Die hohen Fenster mit dreibahnigem Maßwerk sind nahezu rundbogig.

Der Turm ist gedeckt mit einer achtsei-tigen Schieferpyramide, die auf starken, mächtigen Pfeilern ruht. In den beiden östlichen Pfeilern verbergen sich schmale Wendeltreppen. Diese führten zu einer früheren Empore des anstoßenden Querschiffs in den Kirchenraum. Im Jahre 1901 wurden diese Treppen zur Stabilisierung des Turmes mit Beton ausgegossen. In der Glockenstube befinden sich in jedem Feld zwei gekuppelte Rundbogenöffnungen (Schalllöcher) mit romanischen Säul-chen.

Von den vier Kreuzarmen blieb nur der östliche erhalten. Die übrigen drei wurden 1774 vonseiten des Stifts abgebrochen. Die Steine wurden nach Kekerdom (NL) und in andere Orte verkauft. Es wird vermutet, dass die Unterhaltung zu kostspielig wurde. Was übrig geblieben war, wirkte nur noch wie ein Torso.

St. Markus Kirche AltarDa dem Turm durch den Abbruch der drei Schiffe die Widerlager genommen waren und sich immer mehr Risse zeigten, befürchtete man einen Zusammenbruch des gesamten Bauwerks.

Ab 1893 liefen Planungen, dieses ehrwürdige Denkmal zu erhalten. Die Kölner Architekten Rüdell und Odenthal erhielten den Auftrag, in Verbindung mit der Rheinischen Denkmalpflege den alten Zustand wieder herzustellen.

Für die Finanzierung wurden neben den Spenden der eigenen Kirchengemeinde eine Kirchenkollekte in der Diözese Münster und eine Hauskollekte in den Regierungsbezirken Aachen, Köln und Düsseldorf gehalten. Die reinen Baukosten betrugen 44 000 Goldmark. Der Wiederaufbau wurde vom Bauunternehmer Schweinem aus Kalkar durchgeführt.

Der Baukörper ist in Ziegelstein ausgeführt und mit großformatigen Tuffsteinen verblendet. Die Tuffsteine stammen aus der Eifel. Die drei großen Fenster im Chorschiff erhielten eine im Nazarener Stil gehaltene figürliche Verglasung.

St. Markus Kirche Orgel1902 wurde die Kirche nach Fertigstellung neu konsekriert.

1907 hat der Krefelder Karl Heyl die Kirche farbig ausgemalt. Im Vierungsgewölbe ist diese Ausmalung heute noch erhalten.

Ab dem Jahre 1964 ist die Kirche in mehreren Bauabschnitten vollständig renoviert und neu eingerichtet worden.

An der Südseite wurden im Schleppdach eine kleine Kapelle und eine Sakristei angebaut. Anschließend ist das Mauerwerk ausgebessert worden. Das Dach wurde neu verschiefert. Danach wurde der Innenraum von Grund auf erneuert und entsprechend den Anforderungen der durch das Zweite Vatikanische Konzil erneuerten Liturgie geordnet.

Neben einer neuen Heizung wurde auch ein neuer Fußboden aus spakrauem Schiefer aus der Eifel im römischen Verband gelegt.

Der Hochaltar wurde aus dem Chor entfernt. Dafür wurde in der Vierung unter dem Turm eine zweistufige Altarinsel geschaffen, auf der der neue Altar als Mittelpunkt der Kirche aufgestellt wurde. Der Innenraum hat mit dem Umbau sehr gewonnen, da der romanische Zentralbau und die Einrichtung zur Mitte hin wieder übereinstimmen.

Die Orgel wurde von der Empore heruntergeholt und im alten Chor neu aufgebaut. Sie hat 51 klingende Register mit 3361 Pfeifen und 39 Glöckchen, verteilt auf vier Manuale und Pedal.

St. Markus Kirche FensterDie 43 Fenster in den romanischen Öffnungen sind entstanden in den Jahren 1967/68. Die Entwürfe stammen von dem Glaskünstler Joachim Klos in Scherhag-Nettetal. Ausgeführt wurden sie in den Glaswerkstätten Menke in Goch. Die Fenster sind abstrakt gehalten mit Themen aus der Geheimen Offenbarung des Evangelisten Johannes.

Die Kirche ist dem Hl. Markus geweiht und ist heute Mutterkirche der neuen Pfarrgemeinde Heiliger Johannes der Täufer.


Zusammenstellung, Text und Bilder: Norbert Pies

Quellen: Literaturhinweise