St. Peter Huisberden

Es ist anzunehmen, dass das Kloster Corvey für seine Ordensleute und für die Inselbewohner, die das Gut bewirtschafteten, in Huisberden eine eigene Kapelle errichtet hat. Allein schon aus dem Grunde, weil die Hofleute sehr oft durch Hochwasser und Eisgang von der Pfarrkirche in Till abgeschnitten waren.

Die Kapelle war, der damaligen Zeit entsprechend, aus Holz gebaut und dem hl. Petrus gewidmet. Diese Eigenkirche des Klosters wird erstmals 1290 erwähnt. Die Kapellengemeinde wurde immer größer. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie auch immer wieder versuchte, Pfarrrechte zu bekommen. Bereits 1307 wurde sie dann urkundlich als Pfarrkirche erwähnt, und sie wurde später auch Mutterkirche von Warbeyen, einem Nachbarort.

Es wird 1355 ein Pfarrer namens Johannes ten Else genannt. Dieser kaufte eine Rente als „pastoer tho Husewerden“. 1395 verkaufte der letzte Inhaber der Herrlichkeit, Otto von Biland, die Kirche an den Grafen von Kleve. Doch 1442 wurde die Pfarrkirche zusammen mit der Tochterkirche in Warbeyen dem Antoniuspräzeptorat auf dem Hau einverleibt. Dies geschah mit Zustimmung des Abtes von Corbie. Die Inkorporation, also die Einverleibung, geschah wohl auf Betreiben der Gräfin Mutter Margarethe von Berg, der Mutter des Grafen Adolf II von Kleve.

Zu dieser Zeit muss die heutige Kirche schon gestanden haben. Der Entstehungszeitraum wird auf das Ende des 14. Jahrhunderts geschätzt. Turm und Langhaus sind wohl zur gleichen Zeit entstanden. Und genau dieser Teil der Kirche, und das ist hoch-interessant, hat übereinstimmende Ähnlichkeit mit der alten Antonius Kirche auf dem Hau.
Im 15. Jahrhundert hat man das alte Chorhaus abgebrochen und durch ein neues ersetzt. Von außen ist dieser Neubau klar zu erkennen, da er sich um einiges über das alte Gebäude erhebt. Der Backsteinbau wurde im 19. Jahr-hundert umfassend renoviert, und 1902 erfolgte der Anbau eines Nebenchores, da die Kirche nicht mehr alle Gläubigen fassen konnte. Die Jahreszahl 1902 ist im Scheitelstein des Südfensters kenntlich gemacht.

Diesen Kirchbau bezeichnet man als einschiffigen, gotischen Backsteinbau mit überhöhtem Chor und eingebautem Westturm. Bei der Installation der Heizung im Jahre 1964 stießen Handwerker auf einen sogenannten Trampelboden aus humos-lehmigem Sand, den ursprünglichen Fußboden, auf dem die Kirche errichtet wurde. Dieser Boden liegt ca. 1 Meter unter dem heutigen Kirchenboden.

Ferner entdeckte man zwei steinerne Pfeiler. Aufgrund der Mauertech-nik und des Putzes dürften diese beiden Pfeiler Ende des 11. Jahrhunderts entstanden sein. An dieser Stelle hatte man leider keine Reste der Urkirche gefunden, wohl aber die Überbleibsel einer zweiten Kirche, die in Huisberden gestanden hat.

Von den drei Glocken der Kirche trägt die älteste die Inschrift: “Maria heischen ich, to der ehren Gottes leuden ich. Johann und Franz von Trier, Vater und Sohn gossen mich Anno 1613.“ Pfarrer Funken(1896-1925 Pfarrer) hat in der Kirche einen neuen Hochaltar, einen neuen Seitenaltar und eine neue Kommunionbank auf-stellen lassen. Gefertigt wurden diese Teile vom Klever Bildhauer Karl Pelzer.

Die Kirche ist dem Hl. Petrus geweiht und ist heute Filialkirche der Pfarrgemeinde Heiliger Johannes der Täufer.


Zusammenstellung und Text: Norbert Pies

Quellen: Literaturhinweise