St. Stephanus Hasselt

Die Geschichte dieser Kirche beginnt ursprünglich in Qualburg, denn die Bauernschaft Hasselt gehörte kirchenrechtlich nach Qualburg.

Die Bevölkerungszahlen in Hasselt und Qualburg waren rasant angestiegen. Die Hasselter Kapelle wurde schon um 1800 herum nur noch sporadisch für Gottesdienste genutzt. Die Hasselter gingen in den angrenzenden Pfarreien zur Kirche, denn die Kirche in Qualburg war viel zu klein geworden und konnte all die Gläubigen nicht mehr fassen.
Und so machte man sich Gedanken, ob es sich lohne, die Kirche in Qualburg zu vergrößern. Schließlich siegte der nächstgelegene Gedanke, in Hasselt eine neue Kirche zu bauen.

Nur, dies war gar nicht so einfach. Das Geld war in den zwanziger Jahren knapp, die Zeiten waren schlecht. Aber hier hatte die Gemeinde in Person von Dorflehrer Wolters, der 1928 einen Kirchbauverein gründete, einen unermüdlichen Kämpfer für die gute Sache gefunden. Zusammen mit Pfarrer Terwelp und dem Kirchenvorstand hatte er in vier Jahren über 30.000 Mark gesammelt. Die Hasselter unterstützten ohne Wenn und Aber dieses einmalige Projekt, denn jetzt konnte ihr Wunsch in Erfül-lung gehen, endlich zuhause ein eigenes Gotteshaus zu haben und nicht mehr bei Wind und Wetter nach Qualburg, nach Kleve oder nach Bedburg in die Gottesdienste gehen zu müssen.

Und so konnte am 17. Juli 1932 der Grundstein für die neue Kirche gelegt werden. Die Verantwortlichen hatten beschlossen, dass der erste Spatenstich vom ältesten Bürger Hasselts ausgeführt werden sollte. Und so durfte der 93 jährige Johann van der Linden den ersten Spatenstich tun. Und man konnte in der Presse lesen: „Er wurde seiner Aufgabe in der ihm eigenen biederen Art gerecht, dann segnete Pastor Terwelp den Bauplatz und wünschte, dass Gott der Herr seinen Segen weiter zu dem Werke gebe und dass das Unternehmen ohne Unfall seiner Vollendung entgegengeführt werden könnte. Am Schluss erklang das gemeinsame Lied: Fest soll mein Taufbund immer steh’n“.

Geplant und gebaut wurde die neue Kirche von Jakob van Aaken aus Emmerich.

Ein Jahr später war es dann soweit. Am 20. Juli 1933 war die feierliche Einweihung der Stephanus Kirche durch Weihbischof Dr. Scheifes. Und die Presse schreibt: „Nach dem Hochamt beim Verlassen der Kirche trug ein Schüler dem hochwürdigen Herrn Bischof ein sinniges Gedicht vor. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Gutsbesitzer Johann Otten, dankte dem Bischof für die Ehre des Besuchs. In seiner Antwort gab dieser der Hoffnung Ausdruck, dass die Gemeinde bald in die Lage versetzt würde, einen eigenen Geistlichen zu halten“.

Der Neubau der Kirche hat schlüsselfertig 50.000 RM gekostet.

Der erste Seelsorger an der neuen Kirche war Pater Krampe vom Missionshaus Freudenberg. Bereits 1938 wurde Gerhard Bodden Seelsorger in Hasselt. 1938 wurde Hasselt als Pfarrrektorat seelsorgerisch verselbständigt und 1953 mit einer eigenen Vermögensverwaltung ausgestattet. Die 1909 nach Bedburg St. Markus vorgenommene Umpfarrung des Gebietes westlich der Bundesstraße Kalkar-Kleve wurde 1939 wieder rückgängig gemacht. Die Erhebung zur selbständigen Pfarre erfolgte 1985.
Die Kirche ist dem hl. Stephanus geweiht und ist heute Filialkirche der neuen Pfarrgemeinde Heiliger Johannes der Täufer.


Zusammenstellung, Text und Bilder: Norbert Pies

Quellen: Literaturhinweise